Manifest
Ein PowerShell-Manifest (.psd1) ist im Grunde nur eine Hashtable mit vordefinierten Keys. Es enthält die Metadaten und Konfiguration zu deinem Modul – also alles, was PowerShell über dein Modul wissen muss, ohne den eigentlichen Code auszuführen. Deshalb liegt es bewusst in einer eigenen Datei, getrennt vom Modul selbst.
Grundlegende Metadaten
Das ist die Identität deines Moduls. Ohne das bist du einfach nur irgendein Skript mit Existenzkrise.
RootModule
RootModule– Hauptdatei (.psm1oder.dll)ModuleVersion– Version (z. B.1.0.0)GUID– Eindeutige IDAuthor– Ersteller/Entwickler des ModulsCompanyName– UnternehmenCopyright– Wem gehören die UrheberrechteDescription– Beschreibung des Moduls
🔗 Abhängigkeiten
Hier sagst du: „Ich funktioniere nicht alleine, ich brauche andere.“
RequiredModules
→ Externe Abhängigkeiten
→ Angabe über Modulnamen (PowerShell sucht es selbst)
→ Müssen im System vorhanden sein (installiert / auffindbar, z.B. über$PSModulePath)
→ Gehören nicht zu deinem ModulRequiredAssemblies– DLLsScriptsToProcess– Skripte, die beim Laden ausgeführt werdenModuleList– Nur die Meta-Information welche andere Module zugehörig sindNestedModules
→ Angabe über Dateien/Pfade (du sagst konkret, was geladen wird)
→ Interne Bausteine deines Moduls
→ Werden zusammen mit deinem Modul geladen
→ Gehören zu deinem Modul dazu
🚀 Export (was nach außen sichtbar ist)
Das ist der Teil, wo du entscheidest, was du der Welt zeigst. Oder versteckst.
FunctionsToExportCmdletsToExportVariablesToExportAliasesToExport
👉 Klassiker:'*' = alles exportieren
oder explizit = bessere Kontrolle
🧠 Kompatibilität & Anforderungen
Hier wird’s picky.
PowerShellVersionPowerShellHostNamePowerShellHostVersionDotNetFrameworkVersionCLRVersionProcessorArchitecture
📦 Private Daten (der geheime Keller)
Alles, was du selbst definierst.
PrivateData– Hashtable für eigene Infos
Beispiel:
PrivateData = @{
PSData = @{
Tags = @('UI','Forms')
ProjectUri = 'https://...'
}
}
🌐 PSData (wichtig für Gallery etc.)
Teil von PrivateData, aber so wichtig, dass es eigentlich sein eigenes Ding ist.
🧩 Sonstiges (der „Warum gibt’s das?“ Bereich)
Selten gebraucht, aber existiert halt:
FileListTypesToProcessFormatsToProcessCompatiblePSEditions(Desktop,Core)HelpInfoURI
🔧 Mini-Beispiel
Damit du nicht nur trockene Theorie hast:
@{
RootModule = 'MeinModul.psm1'
ModuleVersion = '1.0.0'
GUID = '12345678-abcd-1234-abcd-1234567890ab'
Author = 'Jonny'
Description = 'Mein erstes Modul'
FunctionsToExport = @('Get-Thing', 'Set-Thing')
PowerShellVersion = '5.1'
PrivateData = @{
PSData = @{
Tags = @('Example','Test')
}
}
}
Der eigentliche Punkt (den viele übersehen)
Du brauchst vielleicht 30% davon wirklich.
Der Rest ist:
- entweder für Publishing
- oder für Leute, die Kontrolle lieben (oder Angst haben)
Wenn du lokal entwickelst:
→ RootModule, ModuleVersion, FunctionsToExport
→ fertig, läuft.