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Manifest (.psd1)

Was ist ein Manifest?

Ein Manifest (.psd1) beschreibt ein PowerShell-Modul.

Während die eigentliche Programmlogik in einer .psm1-Datei liegt, enthält das Manifest Informationen über das Modul selbst.

Dazu gehören beispielsweise

  • Version
  • Autor
  • Abhängigkeiten
  • exportierte Befehle
  • unterstützte PowerShell-Versionen
  • Lizenzinformationen

Das Manifest enthält keinen ausführbaren Programmcode. Es dient ausschließlich als Beschreibung und Konfiguration eines Moduls.


Allgemein

Das ist die Identität deines Moduls. Ohne das bist du einfach nur irgendein Skript mit Existenzkrise.

@{
    RootModule        = "TestModul.psm1"
    ModuleVersion     = "1.7.0"
    GUID              = "ege0799e-734e-451d-9bb1-34983dd82f05"
    Author            = "ProgramMaster"
    CompanyName       = "Microsoft"
    Copyright         = "Microsoft i guess"
    Description       = "Ich beschreibe wundervoll, was das für ein Modul es ist"
}
RootModule

Hauptdatei (.psm1 oder .dll)

ModuleVersion

Version (z. B. 1.0.0)

GUID

Eindeutige ID

Author

Ersteller/Entwickler des Moduls

CompanyName

Unternehmen

Urheberrechte

Description

Beschreibung des Moduls


Abhängigkeiten

Hier sagst du: „Ich funktioniere nicht alleine, ich brauche andere.“

  • RequiredModules 
    → Externe Abhängigkeiten
    → Angabe über Modulnamen (PowerShell sucht es selbst)
    → Müssen im System vorhanden sein (installiert / auffindbar, z.B. über $PSModulePath)
    → Gehören nicht zu deinem Modul
  • RequiredAssemblies – DLLs
  • ScriptsToProcess – Skripte, die beim Laden ausgeführt werden
  • ModuleList – Nur die Meta-Information welche andere Module zugehörig sind
  • NestedModules
    → Angabe über Dateien/Pfade (du sagst konkret, was geladen wird)
    → Interne Bausteine deines Moduls
    → Werden zusammen mit deinem Modul geladen
    → Gehören zu deinem Modul dazu

🚀 Export (was nach außen sichtbar ist)

Das ist der Teil, wo du entscheidest, was du der Welt zeigst. Oder versteckst.

  • FunctionsToExport
  • CmdletsToExport
  • VariablesToExport
  • AliasesToExport

👉 Klassiker:
'*' = alles exportieren
oder explizit = bessere Kontrolle


🧠 Kompatibilität & Anforderungen

Hier wird’s picky.

  • PowerShellVersion
  • PowerShellHostName
  • PowerShellHostVersion
  • DotNetFrameworkVersion
  • CLRVersion
  • ProcessorArchitecture

📦 Private Daten (der geheime Keller)

Alles, was du selbst definierst.

  • PrivateData – Hashtable für eigene Infos

Beispiel:

PrivateData = @{
    PSData = @{
        Tags = @('UI','Forms')
        ProjectUri = 'https://...'
    }
}


🌐 PSData (wichtig für Gallery etc.)

Teil von PrivateData, aber so wichtig, dass es eigentlich sein eigenes Ding ist.

  • Tags
  • LicenseUri
  • ProjectUri
  • IconUri
  • ReleaseNotes

🧩 Sonstiges (der „Warum gibt’s das?“ Bereich)

Selten gebraucht, aber existiert halt:

  • FileList
  • TypesToProcess
  • FormatsToProcess
  • CompatiblePSEditions (Desktop, Core)
  • HelpInfoURI

🔧 Mini-Beispiel

Damit du nicht nur trockene Theorie hast:

@{
    RootModule        = 'MeinModul.psm1'
    ModuleVersion     = '1.0.0'
    GUID              = '12345678-abcd-1234-abcd-1234567890ab'
    Author            = 'Jonny'
    Description       = 'Mein erstes Modul'

    FunctionsToExport = @('Get-Thing', 'Set-Thing')

    PowerShellVersion = '5.1'

    PrivateData = @{
        PSData = @{
            Tags = @('Example','Test')
        }
    }
}

Der eigentliche Punkt (den viele übersehen)

Du brauchst vielleicht 30% davon wirklich.

Der Rest ist:

  • entweder für Publishing
  • oder für Leute, die Kontrolle lieben (oder Angst haben)

Wenn du lokal entwickelst:
→ RootModule, ModuleVersion, FunctionsToExport
→ fertig, läuft.